Experimentieren und Lernen

Die T!Raum-Initiative „H2!Raum – Mittelstand Ruhr 2030“ ist angetreten, neue Transferformate in der sich entwickelnden Wasserstoff-Wirtschaft zu testen und zu etablieren. Neues auszuprobieren und dabei zu lernen, was mehr und was weniger gut funktioniert, gehört dabei zum Programm! Und dass aus allen Aktivitäten die richtigen Schlüsse gezogen werden, dafür sorgt Nils Berg, Evaluator im H2Raum.
Von links nach rechts: Hannah Kubitza, Gesine Hahn und Anna Zweigardt
Der empirische Sozialforscher arbeitet an der Westfälischen Hochschule im Team Forschungsförderung und Transfer. Mit der Hälfte seiner Stelle widmet er sich der Transfer-Initiative: „Allein das zeigt, welche wichtige Rolle der Evaluation im H2Raum zukommt,“ freut sich der studierte Sozialwissenschaftler. Hier ginge es eben nicht darum, nach einer Veranstaltung mal eben einen Fragebogen an die Teilnehmenden zu verschicken. Nils Berg ist bereits bei der Planung der Veranstaltungen involviert: „Das ermöglicht es mir, unterschiedliche Werkzeuge als Teil der Agenda einzusetzen.“ Sein Anspruch: Bei hoher Qualität der Forschung, die Methoden stets möglichst ungezwungen einzubinden, um so in lockerer Atmosphäre viele Teilnehmende zum Mitmachen zu bewegen.

Online-Tools ermöglichen direktes Feedback Erste gute Erfahrungen hat er bereits mit dem Tool „Mentimeter“ gemacht. Hier können die Teilnehmenden schon während der Veranstaltung mit ihrem Mobiltelefon Fragen in die laufende Diskussion einsteuern. Oder spontan ihre Stimme zu gerade thematisierten Fragestellungen abgeben. Auch über das Online-Tool „Oncoo“ kann er mit einer stilisierten Zielscheibe sofort Einstellungen und deren Streuung auswerten und in die laufende Veranstaltung zurückspielen. So können die abgegebenen Stimmen direkt in die Diskussion einfließen. Je nach Veranstaltung und Zielgruppe nutzt Nils Berg unterschiedliche Tools: „Manchmal ist es schon hilfreich, die Stehtische beim Mittagsimbiss mit Abfragen zu dekorieren, um eine schnelle und einfache Rückmeldung zu bekommen.“

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Mentimeter bei der Auftaktveranstaltung, Tischabfrage, Mentimeter in der Podiumsdiskussion (v. l. n. r.)

Methodische Kompetenz Oder es ist eben doch mal der klassische Fragebogen, den der Sozialforscher mit hoher methodischer Qualität und kompetentem Review erstellt: „Glücklicherweise hat die Westfälische Hochschule eine Stabstelle für Qualitätssicherung. Mit den Kolleg:innen dort bin ich gut vernetzt. Bei Bedarf können wir gegenseitig unsere Umfragetools prüfen.“

Evaluation von Lenkungs- und Werkstattbereich Im Rahmen der Initiative H2Raum evaluiert Nils Berg zum einen die vielfältigen Veranstaltungs- und Kommunikationsformate, wie etwa das Unternehmerformat H2Demo, das Schülerformat H2Do und auch die Website. Zum anderen überprüft er die im sogenannten Werkstattbereich durchgeführten Projekte. So plant er für die nahe Zukunft qualitative Interviews mit den Vertreter:innen des IHK-Projektes „H2!Academy – Pilotierung und Aufbau einer H2-Aus-, Fort- und Weiterbildungsakademie“ und dem Verbund-Projekt „H2 Reallabor Castrop-Rauxel“. „Am Ende der Projektlaufzeit werde ich diese Interviews dann wiederholen. So kann ich auswerten, welche Erfahrungen die Teilnehmenden im Projekt gemacht haben und wo es Abweichungen von den Erwartungen gab.“

Fester Bestandteil der Feedbackrunden Seine Auswertungen sind fester Bestandteil der Feedbackrunden, die H2Raum nach jeder Veranstaltung durchführt. Zuletzt hat er die Projektwoche „Wasserstoffcamp“ für Schüler:innen evaluiert. Super sei diese zweite Osterferienwoche verlaufen, so der Sozialforscher. Vor allem die praktischen Aufgaben hätten die Schüler:innen begeistert. Und laut überlegt er, ob etwas Ähnliches auch bei einer Veranstaltung für Unternehmer:innen funktionieren könnte. Es zeigt sich: Selbst wenn etwas besonders gut funktioniert, ist das Team des H2Raums stets bereit, neue Dinge zu lernen und die Transferformate weiter zu verbessern.