H2Raum-Sprecher im Interview

Q&A mit Dr.-Ing. Alexander Heim

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H2Raum: Können Sie sich und Ihren Werdegang bitte kurz vorstellen?

Alexander Heim: Mein Name ist Dr. Alexander Heim, ich wohne in Wetter an der Ruhr, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und zunächst bei einem regionalen EVU vorrangig technoöknomische Bewertungen der Kraftwerksanlagen durchgeführt sowie parallel promoviert. Anschließend arbeitete ich bei einem Fernleitungsnetzbetreiber und beschäftigte mich mit strategischen Fragen im Kontext der Energiewende sowie dem Wasserstoffmarkthochlauf. Seit 2022 bin ich bei der Fraunhofer IEG im Stab der Institutsleitung tätig und beschäftige mich auch hier vorrangig um Strategie und Business Development.

H2Raum: Wie lange sind sie schon im H2Raum?

Alexander Heim: Ich bin seit 2023 im H2Raum zunächst als Innovationsmanager tätig und habe seit Anfang dieses Jahres daneben auch die Rolle des Sprechers der Initiative übernommen.

H2Raum: Welche Aufgaben übernehmen Sie künftig im H2Raum? Worauf liegt Ihr Fokus?

Alexander Heim: Als Sprecher wird mein Fokus noch stärker auf der Außenwirkung und Repräsentation der Initiative liegen, sowohl im Partnernetzwerk als auch zum Fördermittelgeber. Insofern wirken die Rollen des Sprechers und des Innovationsmanagers synergetisch. Wichtig wird nun sein, das Netzwerk bedarfsgerecht und gewinnbringend für alle Partner weiterzuentwickeln, um so gemeinsam die richtigen Aufgaben anzugehen.

H2Raum: Was ist Ihrer Meinung nach die zentrale Aufgabe des H2Raums? Warum ist unser Netzwerk wichtig für Unternehmen, Forschung und Politik?

Alexander Heim: Die zentrale Aufgabe des H2Raums ist es, ein zielgerichtetes und innovationsförderndes Ökosystem für Unternehmen im Ruhrgebiet zu schaffen, um am aufkommenden Wasserstoffmarkthochlauf partizipieren und sich positionieren zu können. Das Netzwerk und der Austausch untereinander spielen dabei eine entscheidende Rolle, um Herausforderungen zu adressieren und zu lösen. Als arbeitendes Netzwerk können mit den Werkstattprojekten zudem strategische Grundlagen für diese Aufgaben geschaffen werden.

H2Raum: Welche Themen oder Projekte liegen Ihnen bezüglich des H2Raums besonders am Herzen?

Alexander Heim: Besonders wichtig sind mir das Netzwerk und der bedarfsgerechte Austausch innerhalb unseres Netzwerks. Die Initiative kann nur erfolgreich sein und richtige Impulse setzen, wenn wir die richtigen Austauschformate konzipieren, mit denen die wesentlichen Herausforderungen aufgedeckt, diskutiert und adressiert werden sowie mögliche Lösungsansätze geschaffen werden. Hier wollen wir aufbauend auf der bisherigen erfolgreichen Arbeit weiter aufsetzen und insbesondere das Feedback aus dem Netzwerk aufnehmen und umsetzen. Das strukturierte Feedback über die integrierte Evaluation jeder Veranstaltung ist übrigens in dem Kontext eine große Stärke unserer Initiative und hilft uns, uns kontinuierlich zu verbessern.

H2Raum: Welche Hürden sind den H2Raum in den letzten Jahren begegnet und wie versuchen sie diese zu überwinden?

Alexander Heim: Die H2Raum-Initiative wurde konzipiert in einer Zeit, als der Wasserstoff-Hype noch sehr groß war. In dem Sinne musste sich auch unsere Initiative mit sich ändernden Rahmenbedingungen beschäftigen. Grundsätzlich führt diese geänderte Situation und die damit einhergehenden Unsicherheiten aber eher zu einem verstärkten Bedarf an strukturiertem Austausch. Hierbei gilt es auch ganz individuell zu klären, ob Wasserstoff eine mögliche Lösungsoption zur Dekarbonisierung meiner Prozesse ist oder ob mein Betrieb Komponenten oder Dienstleistung dem wachsenden Markt anbieten kann.

H2Raum: Welche Rolle spielt Wasserstoff aus Ihrer Sicht konkret für die Energiewende im Ruhrgebiet?

Alexander Heim: Wasserstoff ist nicht das Allheilmittel der Energiewende. Denn bspw. in Prozessen für die Erzeugung von Niedertemperaturwärme, im Individualverkehr oder auch anderen Prozessen, wird Wasserstoff nicht die primäre Lösung sein. Dennoch ist Wasserstoff eine wesentliche Option zur Erfüllung der Energiewende. Denn Wasserstoff wird in bestimmten Produktionsprozessen als Grundstoff oder Energieträger zwingend benötigt, um diese überhaupt dekarbonisieren zu können. Insofern spielt Wasserstoff aus meiner Sicht schon eine entscheidende Rolle für die Energiewende.