
Projekt erforscht Wasserstoff-Speicherbedarfe und -potentiale für den Mittelstand im Ruhrgebiet
Die Dekarbonisierung eines Teils der Industrie ist von der Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff abhängig. Auch wenn die Umsetzung des bundesweiten Wasserstoffkernnetzes inzwischen begonnen hat, sind gerade kleine und mittelständische Unternehmen unsicher, ob und wann sie an das Kernnetz angeschlossen werden können.
Inhaltsblöcke
Alternativen zu leitungsgebundener Wasserstoffversorgung nötig
Gleichzeitig werden energieintensive mittelständische Unternehmen die Verfügbarkeit von Wasserstoff – etwa hinsichtlich Prozesswärme – absehbar als Standortfaktor für ihre Investitionsentscheidungen nutzen. Bis heute gehört der industrielle Kern mit seinen dazugehörigen unternehmerischen Diensten zu den umsatzstärksten Leitmärkten im Ruhrgebiet. Es braucht also Alternativen für die leitungsgebundene Wasserstoffversorgung, etwa in Form von Wasserstoffspeichern.
Handlungsempfehlungen und konkrete Umsetzungsprojekte
Das Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert das Forschungsprojekt. Das Projekt ist Teil des Transferraums „H2Raum“, initiiert von der Westfälischer Hochschule und dem Fraunhofer IEG, und untersucht in den nächsten zwei Jahren die Wasserstoff-Speicherbedarfe und -potentiale in den Gewerbe- und Industriegebieten des Ruhrgebiets. Die Verbundpartner Business Metropole Ruhr GmbH (BMR) und Fraunhofer IEG werden Handlungsempfehlungen erarbeiten, um die Gewerbe- und Industriebetreibenden im Ruhrgebiet für die Transformation zur Wasserstoffwirtschaft zu mobilisieren.
Verbrauchscluster reduzieren Risiko für alle Beteiligten
H2Speicher möcht dafür nicht einzelne Betriebe, sondern so genannte Verbrauchscluster – etwa Gewerbegebiete – in den Blick nehmen. Jörn Kleinelümern von der BMR: „Durch die Bündelung der Bedarfe und die systemische Betrachtung von Speicherlösungen wird das Investitionsrisiko für alle Beteiligten reduziert. So eröffnen sich auch Ansatzpunkte für neue Geschäftsmodelle der lokalen und regionalen Energieversorger." Und Projektleiterin Dr. Katharina Alms, Fraunhofer IEG zeigt sich überzeugt: „Die ausgeprägte Forschungsorientierung und die unmittelbare Nähe zur Industrie bei beiden Partnern versprechen eine bemerkenswerte Vielfalt und Stärke.“
Interessierte Unternehmerinnen und Unternehmer können sich gerne an Katharina Alms katharina.alms@ieg.fraunhofer.de und Jörn Kleinelümern kleineluemern@business.ruhr wenden.
Initiative H2Raum
Die Initiative H2Raum wird gefördert durch das Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ziel des Förderprogramms ist, in strukturschwachen Regionen langfristig zukunftsweisende Innovationen und den Strukturwandel gleichermaßen voranzutreiben. Im Speziellen will H2Raum dafür sorgen, dass die Wasserstoffakteure im Ruhrgebiet voneinander lernen, gemeinsam diskutieren und miteinander Wasserstoffprojekte entwickeln und durchführen. H2Raum adressiert dabei alle Interessierten vom Start-up über kleine und mittelständische Unternehmen, Hochschulen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen über Studierende, Schülerinnen und Schüler bis hin in die Zivilgesellschaft hinein.
Die Westfälische Hochschule forscht seit über 20 Jahren im Bereich der Wasserstofftechnologie. Sie ist Partnerin zahlreicher regionaler und überregionaler Initiativen. Seit dem Wintersemester 24/25 bietet die Hochschule den Studiengang „Wasserstoffsysteme und Erneuerbare Energien“ an. Und mit dem „H2 Solution Lab“ entsteht – gefördert im Rahmen des 5-StandorteProgramms von Bund und Land NRW – ein zukunftsweisendes Wasserstofflabor an der Westfälischen Hochschule als wichtige Säule des Wasserstoffstandortes Gelsenkirchen.
Das Fraunhofer IEG beschäftigt sich als Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft schwerpunktmäßig mit Geothermie, Energieinfrastrukturen sowie der industrienahen Wasserstoffforschung. Es leitet mit TransHyDE eines der drei Leitprojekte des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zu Wasserstofftechnologien, entwickelt innovative Speicherlösungen und unterstützt bei der Integration von Wasserstofftechnologien in die Energiesysteme.
Die Business Metropole Ruhr GmbH vernetzt Wirtschaftsakteure aus den 53 Städten und Gemeinden im Ruhrgebiet zu einem dynamischen Wirtschaftsraum. Mit innovativen Projekten setzt sie Impulse für modernes Wirtschaften und fungiert als Ansprechpartnerin für Wirtschaftsthemen, auch über die regionalen Grenzen des Ruhrgebiets hinaus.
Dokumente
H2Speicher.JPG